Tag der Menschenrechte: DTPPP bezieht Stellung

Zum „Tag der Menschenrechte“ bezieht der DTPPP wie folgt Stellung (Auszug):

Die Situation der Geflüchteten in den Ankunftszentren ist gesundheitsgefährdend. Eine extrem hohe psychische Belastung ergibt sich aus der nicht hinreichenden Intimsphäre und Rückzugsmöglichkeiten, der fehlenden Tagesstruktur, aber auch aus unzureichenden Zugängen zu Gesundheitsregeldiensten, der ständigen Angst vor Abschiebungen und der Zeugenschaft von Abschiebemaßnahmen. Menschen, deren Bleibeperspektive als wenig aussichtsreich eingestuft wird, werden bis zu 24 Monate lang, gemeinsam mit bis zu 1500 Personen pro „Anker“- Zentrum, untergebracht. Durch fehlenden täglichen Unterricht der Kinder in einer Regelschule und fehlenden Zugang zu Sprachkursen werden Chancen der Teilhabe am Leben, unabhängig von zukünftigen Aufenthaltsort dieser Menschen, dauerhaft verringert.

 

Hier finden Sie die komplette Stellungnahme: 191210_DTPPP_Kongress

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Ein erfolgreicher Kongress 2019!

Am 5. und 6. Dezember fand der 13. Kongress des DTPPP e.V. in Erlangen statt. Das Kongressmoto lautete „PsychotheraputInnen oder AdvokatInnen: engagierte Psychotherapie für Geflüchtete und MigrantInnen“.

Über 170 KongressteilnehmerInnen aus Deutschland, Österreich und Schweiz beschäftigten sich mit Fragen: Wann werden Therapeuten zu Anwälten ihrer Patienten? Wie wirkt sich das auf die therapeutische Beziehung aus? Wann geraten Therapeuten und Helfer an die Grenzen ihrer Ressourcen? Der Verein zieht eine überaus positive Bilanz und schaut erfreut zurück auf die informativen Stunden und den fachlichen Austausch.

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Das Kongress-Programm liegt vor

„TherapeutInnen oder AdvokatInnen? Engagierte Psychotherapie für MigrantInnen und Geflüchtete“: Unter diesem Motto findet am 6. und 7. Dezember der nunmehr 13. DTPPP-Kongress statt. Veranstaltungsort ist das Universitätsklinikum Erlangen. Das Programm setzt sich aus vielen Highlights zusammen. Den gesamten Fahrplan für beide Tage finden Sie hier: Programm_DTPPP_2019

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Im Gespräch: Die DTPPP-Vorsitzende

Dachverband der transkulturellen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im deutschsprachigen Raum e.V. – ein, wir geben es zu, sperriger Name. Er verrät aber schon das wichtige Anliegen, das der Verein – kurz DTPPP – verfolgt. Unsere Vorsitzende Dr. Ljiljana Joksimovic nimmt Stellung zu den Aufgaben und zu der Bedeutung des Vereins.

Frau Dr. Joksimovic, können Sie in zwei Sätzen zusammenfassen, welche Ziele der DTPPP verfolgt?

Ziel ist es, das Bewusstsein der Fachöffentlichkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die medizinischen, psychologischen und psychosozialen Aspekte der Versorgung psychisch Erkrankter mit Flucht- oder Zuwanderungsgeschichte zu verbessern. Wir möchten die Bedeutung des Themas hervorheben und es sozusagen „weg vom Rand“ holen.

Sie leisten damit also einen gesellschaftlichen Beitrag.

Sehr wohl, denn die psychische Gesundheit eines jeden von uns ist nach wie vor für die Chancengleichheit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben relevant. Damit ist psychische Gesundheit von Menschen mit Flucht- oder Zuwanderungsgeschichte für die Integration und das Miteinander ein wichtiger Aspekt. Ziel des DTPPP ist es, diese Menschen zu stärken.

Wie geschieht das konkret?

Durch eine enge und gute Vernetzung von unterschiedlichsten Akteuren sowie Partnerinnen und Partnern, die sich für transkulturelle Arbeit in der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie einsetzen bzw. die richtigen Anlaufstellen für Patientinnen und Patienten sind. Auch wollen wir diese Netzwerkpartner und Vereinsmitglieder unterstützen, z.B. durch kollegiale Beratung, Fort- und Weiterbildung, ihre praktische Arbeit migrationssensibel zu gestalten. Unsere jährlichen Kongresse tragen seit dreizehn Jahren dazu bei.

Wer kann sich im DTPPP engagieren und beteiligen?

Natürlich alle, die sich in dem Themenspektrum bewegen oder es unterstützen möchten. Wir freuen uns auch über Partnerinnen und Partner aus den Bereichen Forschung und Politik. Aktuell zählen wir rund 250 Mitglieder im DTPPP.

Was ist – aus Sicht des DTPPP – eine „Idealvorstellung“?

Eine Gleichheit der Chancen auf Behandlung und Genesung! Diese Idealvorstellung scheitert in meinen Augen durch Überbewertung von Sprach- und Kulturbarrieren. Diese Barrieren sind sehr gut überwindbar durch Einsatz von Sprach- und Kulturmittlern sowie durch das Nutzen von Mehrsprachigkeit und Diversität der Mitarbeitenden. Allzuviele Menschen fallen wegen fehlender Strukturen in Institutionen durch das Raster und werden so benachteiligt. Fehlende Bereitschaft der Krankenkassen, transkulturelle Leistungen inkl. Sprachvermittlung zu finanzieren, ist ein großes Problem, welches der Chancengleichheit im Bereich der Gesundheitsversorgung im Wege steht. Politischer Wille ist nur vereinzelt spürbar. Die Idealvorstellung mancher Akteure scheint „Chancengleichheit zum Nulltarif“ zu sein. Das stelle ich mir schwierig vor.

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